Medical Marijuana Recommendation

Schreibtipp – Perspektive 5: Eine Kugel „Ich“ mit Sahne bitte

Written By: André Wiesler - Okt• 10•13

Wenn ihr unterschiedliche Perspektiven nutzt, droht die Gefahr, den Leser zu verwirren. Die beste Methode, dies zu vermeiden, ist ebenso naheliegend wie schwierig umzusetzen: Ihr müsst jeder Figur ihren ganz eigenen Erzählton geben. Darüber haben wir bei den Schreibtipps zu Dialogen schon mal kurz gesprochen.

Daneben könnt ihr aber gerade bei Geschichten mit einer klaren Hauptfigur auch zu einem Trick greifen. Lasst eure Hauptfigur in der Ich-Perspektive erzählen und die Nebenfigur(en) in der dritten Person. So steuert ihr nicht nur die Sympathien des Lesers, sondern erleichtert ihm auch die Umgewöhnung.

Ihr könnt natürlich auch einfach den Namen der Figur als Überschrift benutzen. Das klappt aber im Allgemeinen nur gut, wenn ihr kapitelweise wechselt. Ich springe gerne auch innerhalb des Kapitels hin und her. Ich versuche den Leser abzuholen, indem ich den Namen der jetzt erzählenden Figur immer im ersten Satz des neuen Abschnitts erwähne:

… gerade noch einmal gut gegangen, dachte Siggi und zog das Schwert aus dem Drachen.

Hagen Hauptbahnhof blickte grimmig durch den Ginsterbusch. Hatte der dumme Held es schon wieder geschafft. Das würde er bitter bereuen!

 

Geschmackssache

Bei Perspektiven gilt, wie bei allen handwerklichen Entscheidungen: Ihr könnt es nicht allen Recht machen. Geschmäcker sind verschieden. Der eine findet es langweilig, wenn ein Buch nur aus einer Perspektive erzählt wird, die andere findet Wechsel zwischen mehreren Figuren zu hektisch. Der dritte wiederum kann mit dem Ich-Erzähler nichts anfangen, wohingegen die vierte es total wichtig findet, ganz nah bei der Figur zu sein.

Ihr solltet nicht versuchen, diese verschiedenen Ansprüche unter einen Hut zu bringen. Es wird nicht klappen. Außerdem geht es uns ja nicht darum, Gefahrenminimierung zu betreiben, sondern eine verdammt gute Geschichte zu erzählen. Und mit diesem Anspruch im Hinterkopf gilt: Wählt die Perspektive(n), die eure Erzählung am besten rüberbringt.

Mehr zur Perspektive und den besonderen Anforderungen eurer eigenen Geschichten können wir z.B. in meinen Wochenendseminar „Wie schreibe ich ein Buch“ besprechen.

Und alle Schreibtipps im Überblick gibt es wie immer hier.

Schreibtipp – Perspektive 4: Lass es fließen

Written By: André Wiesler - Okt• 03•13

Ein Mittel für den erfahrenen Blickwinkeljongleur ist etwas, dass ich die fließende Perspektive nennen möchte. Ein Beispiel:

 

Der Wal hatte einen hervorragenden Überblick über den Meeresboden. Fischschwärme zogen unter ihm durch, ein Hai floh nach einem prüfenden Blick hektisch zuckend in tiefere Gewässer. Der blaugrüne Grund lag makellos vor ihm, doch was war das? Eine Kuppel verunstaltete die glatte Fläche. Er tauchte tiefer, um sie sich anzusehen. In ihrem Innern bewegten sich Gestalten. Rohre lagen darin, in denen es gluckerte. Eine in Rot gekleidete Gestalt klopfte mit einem Schraubenschlüssel auf die Anschlüsse und sagte: „Da hakt etwas.“

Die Rohre verwandelten das Innere der Kuppel in einen klaustrophobischen Irrgarten.

„Natürlich hakt etwas“, antwortete Karl. „Sonst käme ja Wasser raus.“

Er drehte sich um und winkte Rebekka, die mit der Pumpe herbeikam. Rebekka war wirklich eine wunderschöne Frau, aber in Karl löste sie nur Ekel aus. Wenn sie damals nur nicht … Karl verwarf den Gedanken.

 

Wir gleiten hier wie in einem Filmanfang von der „Totalen“, also der Weitwinkelaufnahme immer näher heran, bis wir schließlich im Kopf von Karl landen.

Diese Art des Spiels mit den Perspektiven verlangt, ebenso wie mehrere Figuren, eine gute Planung und vor allem ein Händchen dafür, wann man den Leser überfordert. Da ihr selbst ja eure Figuren total gut kennt und wisst, wo es mit der Geschichte hingeht, ist es für euch leicht, den Wechseln zu folgen. Der Leser mag das anders sehen. Das ist wieder einmal der Moment, wo euch gute Testleser den Allerwertesten retten.

Ein paar Tricks, wie man dem Leser Perspektivwechsel erleichtert, gebe ich euch im nächsten Schreibtipp.

Schreibtipp – Perspektive 3: Ich so, er so, sie so …

Written By: André Wiesler - Sep• 26•13

Ich mag es persönlich und erzähle am liebsten ganz nah an meinen Figuren. Damit ich dem Leser trotzdem manche Dinge verraten kann, die meine Hauptfigur nicht weiß, nutze ich einen Trick. Ich führe einfach andere Figuren hinzu und wechsele zwischen ihnen hin und her. Auf diese Weise kann ich beispielsweise in einem Streitgespräch beide Seiten schildern und Verständnis für sie beim Leser einwerben. Während beide Figuren also glauben, dass ihr Gegenüber ein richtiger Arsch ist, weiß der Leser, dass sie sich nur wegen eines Missverständnisses in die Haare gekriegt haben.

Das bedeutet natürlich mehr Arbeit, denn statt eines einzelnen, allwissenden Erzählers brauche ich so teilweise vier oder fünf Nebenfiguren, die ausgearbeitet und dem Leser sympathisch (oder unsympathisch) gemacht werden wollen. Mir persönlich gefällt dabei aber, dass der Leser nie so ganz sicher sein kann, welche Sichtweise jetzt die richtige ist und wer objektiv die Wahrheit sagt. Die Antwort ist: Keiner. Da jede Figur aus ihrer Sicht erzählt, gibt es gar keine Wahrheit im eigentlichen Sinne. Aber das ist jetzt schon fast philosophisch.

Auf der anderen Seite kann beispielweise in einem Entwicklungsroman, der das Scheitern der Figur an der Welt und an seiner Einstellung erzählt, ein Erzähler sinnvoll sein, der die (Wahn-)Vorstellungen der Figur für den Leser aufbricht und objektiviert.

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es kommt halt wirklich ganz auf die Art der Geschichte an, die ihr erzählen wollt. Sicher ist nur: Ihr müsst euch Gedanken darüber machen. Wenn ihr anfangt, Dinge zu schreiben wie „Ich wusste damals noch nicht, dass dieser Mann sich später als der Mörder herausstellen würde“, dann passt die Perspektive mit größerer Wahrscheinlichkeit nicht zu eurer Geschichte.

Im nächsten Schreibtipp sprechen wir dann über die fließende Perspektive.

Schreibtipp – Perspektive 2: Auktorial, Personal, ganz egal …

Written By: André Wiesler - Sep• 19•13

Ich klinge sehr gerne mal schlau. Das macht mir auch gar nicht soviel Mühe, weil ich eine Menge ungebräuchlicher Fremdwörter kenne – das kommt mit einem Germanistiskstudium ganz automatisch. In diese Sparte fallen auch solche Dinge wie der auktoriale Erzähler. Der wird euch beim Lesen schon mehrfach begegnet sein und vielleicht auch noch im Deutschunterricht. Man bezeichnet ihn, ein bisschen verständlicher, auch als den „allwissenden Erzähler“.

Da wir hier aber keine literaturtheoretische Diskussion führen, sondern uns der Praxis zuwenden wollen, ignorieren wir das ganze Lateingewäsch und konzentrieren uns auf das Wesentliche: Die Entfernung von der Figur, die ich schon im letzten Tipp angesprochen habe.

Wenn ich ganz nah dran bin, dann erfährt der Leser von mir nur die Dinge, die meine Figur auch weiß. Je weiter ich weggehe, umso mehr kann ich dem Leser auch Dinge verraten, die meine Figur nicht weiß.

Als Beispiel: Wenn wir ganz nah bei unserer Figur sind, nennen wir sie mal den Biber Justin, erfährt der Leser nur, dass irgendjemand seinen Damm kaputtgemacht hat. Gehen wir ein bisschen weiter weg, können wir ihm Dinge mitteilen, die Justin nicht wissen kann. Dass dies nicht der erste Biberdamm ist, der in den letzten Tagen zerstört wurde. Dass es vorher stets seltsame Geräusche gab. Vielleicht verraten wir ihm sogar schon, was der Biber Justin erst am Ende des Buches erfahren wird: Dass ein Schiffahrtskanal durch seinen Fluss gebaut wird, und die Bauarbeiter sich nicht um Umweltschutz scheren.

Der größte Unterschied der verschiedenen Perspektiven liegt im Aufbau der Spannung und in der sogenannten Leserführung. Ein Beispiel:

Biber Justin lag in seinem Holzbett und träumte von hübschen Biberinnen. Da weckte ihn ein lautes Dröhnen, das immer unerträglicher wurde.

Biber Justin lag in seinem Holzbett und träumte von hübschen Biberinnen. Da wurde er vom Dröhnen einer gewaltigen Baumaschine geweckt, die sich auf seinen Bau zuschob.

Dieselbe Szene, aber zwei verschiedene Eindrücke. Einmal erlebt der Leser die Angst und Verunsicherung des Bibers mit und fragt sich „Was geschieht da?“

Im anderen Fall weiß er, was geschieht, fragt sich aber, wie es ablaufen wird.

Welche Perspektive besser ist? Das kommt stark auf die Art der Geschichten an, die ihr erzählen wollt. Wer war es? oder Wie kriegen sie ihn?, Liebt sie mich auch? oder Wie kriegen sie sich? Die Wahl der Perspektive beeinflusst also ganz direkt eure Erzählweise.

Schreibtipp – Perspektive 1: Komma lecker bei misch bei!

Written By: André Wiesler - Sep• 14•13

Wenn AutorIn von Perspektive spricht, dann meint das nicht den Fluchtpunkt, obwohl man bei den Werken mancher KollegInnen auch den gerne mal aufsuchen würde. 50 Shades of Fremdschämen …

Perspektive beschreibt den Blickwinkel, den man in einem Text einnimmt. Sie wird gerne auch als „der Erzähler“ bezeichnet. Auf den ersten Blick kann man da den Ich-Erzähler vom Erzählen in der dritten Person (er/sie/es) unterscheiden. Aber die Perspektive ist mehr, als das. Grund genug, ein paar Schreibtipps dazu zu verfassen.

Grundsätzlich sollte man die Perspektive stets mit einer Grundfrage im Kopf wählen: Wie nah will ich den Leser an meine Figur(en) bringen?

Ich-Erzählungen sorgen (wenn der Rest der Schreibe stimmt) automatisch dafür, dass der Leser stärker mit der Figur fühlt, sich stärker mit ihr identifiziert. Ein Beispiel:

Ich schob mich vorsichtig um die Ecke. Verdammt, da stand er und wartete, das Brecheisen in der Hand und sah sich um. Eilig zog ich den Kopf zurück. Hatte er mich gesehen? Würde er mich kriegen?

Er schob sich vorsichtig um die Ecke. Verdammt, da stand er und wartete, das Brecheisen in der Hand, und sah sich um. Eilig zog er den Kopf zurück. Hatte er ihn gesehen? Würde er ihn kriegen?

Derselbe Text. Im Wesentlichen auch dieselbe Entfernung zur Figur – wir sind in ihrem Kopf und kriegen ihre Bedenken mit. Mehr dazu in einem kommenden Teil. Aber im ersten Fall wirkt die Szene unmittelbarer, wird der Leser sich noch leichter vorstellen können, an der Stelle der Figur zu sein.

Mehr dazu im nächsten Schreibtipp.

Ein Hinweis in eigener Sache: Heute und morgen könnt ihr euch noch den Frühbucherrabatt meines Wochenendseminars „Wie schreibe ich ein Buch“ sichern. Lasst euch das nicht entgehen!

Schreibtipp – Exposition 4: Gibt’s da nicht was von Ratiopharm?

Written By: André Wiesler - Aug• 29•13

Manchmal wird der Erzähler eines Werkes sehr, sehr krank. Dann kann er seine Worte nicht mehr halten, denn er leidet unter einer Abart des Typhus mit dem Namen Erzähler-Logorrhoe. Ungehemmt sprudeln die Hintergrunderklärungen und die Exposition aus ihm heraus. Da erklärt er uns, welche Flechten am Wegesrand wachsen oder wie man Pferde im 19. Jahrhundert zugeritten hat, obwohl diese Flechten und jene Pferde überhaupt keine Bedeutung für die Geschichte oder die Figuren haben. Diese werden nicht gegessen, jene nicht geritten. Warum also, muss ich das wissen?

Die Antwort ist: Ich muss nicht. Der Autor möchte nur zeigen, dass er Ahnung von der Materie hat und/oder recherchiert hat. Und der arme Leser muss es ausbaden, indem er sich drei Seiten über unterschiedliche Kriechgewächse antun muss, obwohl er doch eigentlich nur wissen will, ob die kleinen Kerle ihren Ring vernünftig loswerden. (Im Filmbereich hat diese Krankheit ihre Ausprägung übrigens in der Voiceoveritis.)

Exposition an sich ist schlimm genug, aber ein notwendiges Übel, denn der Leser soll uns ja verstehen. Mit dieser Last können wir umzugehen lernen und dann bietet sie uns zahlreiche Möglichkeiten, sie mit Figurenzeichnung oder Dramatik zu mischen. Wer aber freiwillig und wissentlich Exposition einbringt, wo sie nicht gebraucht wird, für den gibt es eine eigene Hölle.

Wir fassen zusammen:

  • Exposition sollte niemals Selbstzweck sein
  • Exposition darf den Leser niemals langweilen
  • Nur in angemessener Dosis – weniger ist mehr
  • Zeigen, nicht erzählen
  • Früh genug, aber nicht zu früh

Wenn man diese Faustregeln im Hinterkopf behält, wird es mit der Exposition funktionieren. Und im Zweifel: Einfach mal streichen. Wenn die Geschichte danach immer noch gut läuft, war die Exposition überflüssig.

Doch noch nicht alles klar? Oder anderer Meinung? Ich freue mich auf euer Feedback hier im Blog, bei Facebook, Twitter, Google+ oder per Mail.

Auch in meinem Wochenendkurs „Wie schreibe ich ein Buch?“ im Dezember wird es natürlich unter anderem um gute Exposition gehen.

Schreibtipp – Exposition 3: Wir sind gleich wieder für Sie da …

Written By: André Wiesler - Aug• 22•13

Er sprang über die Absperrung, duckte sich unter den Hieben der gegnerischen Soldaten hindurch und erreichte den Major. Mit einem Schrei riss er seine Glefe hoch und hieb zu. Die lange Stangenwaffe war schwer zu handhaben, denn sie bestand aus einer großen Klinge mit konvexer Schneide an einer drei Meter langen Stange. Sie wurde vorrangig zum Stechen eingesetzt und hatte sogar Sporne zum Durchstoßen von Rüstungen an beiden Seiten der mit Verzierungen im Damaszenerstil versehenen Klinge, deswegen war es so schwierig, damit einen Streich zu führen.

Man ist versucht, an dieser Stelle zu schreien: „Bring den Mistkerl endlich um!“

Hier wurde eine der größten Sünden des Erzählens begangen. Mitten in einer spannenden Szene fängt der Autor an, uns Dinge zu erklären. Selbst wenn es den Leser mutmaßlich interessiert, was eine Glefe genau ist und wofür sie eingesetzt wird, muss das an dieser Stelle schon klar sein. Aber – nicht – hier! Nicht mitten in der Bewegung. Wir sind nicht beim Telekolleg.

Was ich hier am Beispiel einer Actionszene beschrieben habe, gilt natürlich auch für dynamische Dialoge, spannende Gedankengänge und jede andere Art von aktiver, bewegter Szene, wo der Leser auf der Stuhlkante sitzt und wissen will, wie es weitergeht. Retardierende Momente, also Einschübe, die den großen Höhepunkt einer Szene noch etwas hinauszögern, sind bei guter Verwendung prima und steigern die Spannung. Exposition kann aber meiner Überzeugung nach nur in sehr, sehr wenigen Ausnahmefällen eine Szene auf eine gute Weise verlängern.

Stellt euch vor, ihr eilt mit 200 auf der leeren Autobahn eurem liebsten Menschen entgegen und dann müsst ihr rechts ranfahren, weil jemand mit euch über eure Steuererklärung sprechen möchte. Das ist retardierende Exposition!

Schlimmer als diese Form der Exposition ist eigentlich nur eines: Die Erzähler-Logorrhoe. Darum geht es dann in der nächsten Folge der Schreibtipps.

Doch noch nicht alles klar? Oder anderer Meinung? Ich freue mich auf euer Feedback hier im Blog, bei Facebook, Twitter, Google+ oder per Mail.

Seminarsflyer im Druck

Written By: André Wiesler - Aug• 22•13

Jetzt gibt es auch einen gedruckten Flyer zum Seminar. Er ist untenstehend zu bewundern und wird im Raum Wuppertal verteilt werden. Zusätzlich habe ich ihn in ein kleines PDF umgewandelt, falls ihr ihn an möglicherweise Interessierte weiterschicken möchtet. Das PDF könnt ihr hier herunterladen.

Beim Seminar “Wie schreibe ich ein Buch?” die Hälfte sparen

Written By: André Wiesler - Aug• 20•13

Ich habe gerade abgeklärt, dass mein Seminar “Wie schreibe ich ein Buch?” für den Bildungsscheck des Landes NRW zulässig ist. Das bedeutet, dass für diese Weiterbildung 50% der Teilnahmegebühr vom Land getragen werden. Den Frühbucher- und Gruppenrabatt könnt ihr euch natürlich zusätzlich noch sichern.

In anderen Bundesländern gibt es ähnliche Programme, ich habe aber noch nicht herausgefunden, ob diese auch Ländergrenzenüberschreitend fördern. Bei Bedarf finden wir das zusammen heraus. Da sind z.B. Qualifizierungschecks (Hessen) oder Quali-Schecks (Rheinland-Pfalz). Eine Übersicht für alle Bundesländer findet sich hier.

Der Bildungsscheck (NRW)  gilt für kleine und mittlere Unternehmen, in den ersten fünf Jahren nach Gründung auch für Freiberufler und Unternehmer sowie folgende Personengruppen:

  • Beschäftigte, die über keinen Berufsabschluss verfügen
  • Beschäftigte, die seit mehr als vier Jahren nicht mehr im erlernten Beruf arbeiten
  • befristet Beschäftigte
  • Zeitarbeitskräfte
  • Berufsrückkehrende, die besondere Schulungen zum beruflichen Wiedereinstieg benötigen
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die älter als 50 Jahre sind

Weiterführende Informationen dazu, wie man den Bildungsscheck beantragt und nutzt kriegt ihr bei mir oder ihr informiert euch hier auf der Homepage zum Bildungsscheck. Ich schicke euch auch gerne eine Kursbeschreibung, die ihr bei der entsprecheden Beratungsstelle vorlegen könnt.

Schreibtipp – Exposition 2: Spieglein, Spieglein an der Wand

Written By: André Wiesler - Aug• 15•13

Sie blickte in den Spiegel an der Wand und was sie sah, gefiel ihr. Sie war eine schlanke, blonde Frau, mit vollen Lippen und tiefblauen Augen.

Es ist wirklich bemerkenswert, wo überall Spiegel hängen, nur damit Romanfiguren sich darin „zufällig“ betrachten können und so dem Leser ihr Aussehen mitteilen können. Diese sogenannte Spiegel- oder blanke Exposition dient der Geschichte in keiner anderen Weise, als möglichst schnell und ohne größere Anstrengungen seitens des Autors die Figur zu beschreiben. Eine Variante ist: Sie wusste, was ihr Gegenüber vor sich sah: Eine schlanke, blonde Frau mit vollen Lippen.

Gerade bei der Exposition gilt der alte Leitsatz guter Erzählweise: Zeigen, nicht erzählen (Show, don’t Tell). Statt einer Bestandsaufnahme im Spiegel könnte sie sich auf eine Weise mit ihrem Äußeren befassen, das gleichzeitig dazu dient, ihren Charakter zu beschreiben. So könnte sie sich das Haar färben, weil sie mit dem Altern nicht gut zurechtkommt oder sich die Lippenkontur schmaler schminken, weil sie nicht mit Angelina Jolie verglichen werden will, die sie nicht leiden kann.

Auch in der Interaktion mit anderen Figuren kann Exposition gleichzeitig zielführend eingesetzt werden.

Otto musterte sie grimmig und kratzte sich das Doppelkinn. „Ja sicher, wenn ich Kleidergröße 36 hätte, würde ich auch nicht zweimal drüber nachdenken, ob ich noch ein Eis esse.“

Wovor man sich ebenfalls hüten sollte, ist das Vermitteln über Dritte, ohne weiteren Zweck. Wenn sich alte Freunde fragen, wie lange man sich jetzt schon kennt oder die Leute sich mit ihren Verwandtschaftsverhältnissen statt  mit ihren Namen ansprechen („Ach, lieber Bruder …“), dann schreit das in den meisten Fällen „handwerklich fragwürdige Exposition“.

In der nächsten Folge geht es dann um retardierende Exposition, die meiner Meinung nach eine der Todsünden sein sollte.

Doch noch nicht alles klar? Oder anderer Meinung? Ich freue mich auf euer Feedback hier im Blog, bei Facebook, Twitter, Google+ oder per Mail.